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Kultur

Ein faszinierender Plan

  • Wann?Montag | 3.05.2021
  • Beginn?18:00 Uhr
  • Eintritt? Eintritt frei
  • Wo? Otto-Burrmeister-Allee
    45657 | Recklinghausen

Beschreibung

Premiere der Filmversion und Vernissage am 03. Mai (2. Vorstellung am 8. Mai). Die Ausstellung können wir aufgrund der bekannten Situation leider aktuell nicht öffnen. Aus dem Grund gibt es die Vernissage als Stream. 

Diese Arbeit entstand als Kollaboration unter der Regie der Filmemacherin Tanita Olbrich, mit Arbeiten der bildenden Künstlerinnen und Künstlern Astrid Nylander und Wassili Franko und Texten der Autor*innen Marius Goldhorn, Mazlum Nergiz, Pascal Richmann und Enis Maci, die in diesem Jahr die Festrede für die Ruhrfestspiele hält. Sagen wir, da war tagelang kein Regen und plötzlich ist da Regen. Auf einem nass glänzenden Parkplatz ein Toyota Prius. Manchmal fährt er mit Verbrennungsmotor und manch mal mit Strom.
Manchmal denkt der Toyota Prius wie ein sabberndes Kind und manchmal führt er ein Journal. Sagen wir, eine Frau reibt sich Bernstein übers Haar, eine Frau lädt sich auf, lädt uns ein: zu einem elektrischen Kuss. Die Punkband Carambolage singt: „Dunkelheit ist das, was so reizt.“ Und in einem albanischen Propagandaschlager heißt es: „Mond der späten Nächte, was haben dich unsere Lichter bezwungen.“ Was haben die Elektrifizierung der Dörfer und Teenager mit Lomonossows Suppe zu tun, die nicht kalt werden darf? Fest steht: Am 26. Juli 1753 zog um ein Uhr mittags eine Gewitterwolke von Norden herauf. Kurz darauf lag ein Physiker tot im Labor. Fest steht auch: Die Arbeit ist es, die den Menschen umbringt, die ihn immer schon umgebracht hat. Worin ähneln sich ein Teslamotor, der Bitcoins schürft, die Hexenwandlermaschine aus dem Sailor-Moon-Universum und die Selbstverbrennung zweier junger Frauen am Rheinufer? Die Sachen, die Tatsachen und die Taten, sie verschwinden ja nicht, nur weil sie sich verändern oder verändert werden. Und die Daumen, die jeden Affen adeln, haben ihren Ursprung im Körperbau des Ichthyostega. Wir haben es hier mit einem Kraftwerk zu tun. Verheizt werden langgehegte Interessen und neue Obsessionen. „Ein faszinierender Plan“ handelt von Energie.

Marius Goldhorn veröffentlichte den Roman „Park“ (Suhrkamp) und den Gedichtband „Yin“ (Korbinian). Enis Maci ist Autorin des Essaybands „Eiscafé Europa“ (Suhrkamp) und einiger Theaterstücke, zuletzt „WÜST“ (Theater Bremen). Tanita Olbrich macht Filme. Zuletzt: „Steve Temple“ (Blicke Festival 2020) und „Kajsa Athena“ (Dokfest Kassel 2019). Mazlum Nergiz schreibt Stücke und Essays, zuletzt: „Falten & Inseln“ (Matthes & Seitz). Astrid Nylander ist bildende Künstlerin. Zuletzt wurde ihre Ausstellung „minijobs“ bei PAGE (NYC) gezeigt. Pascal Richmann ist Autor der Essays „Über Deutschland, über alles“ (Hanser) und „Man vermisst diesen Planeten“ (Spector Books).
Begleitend zur Videoinstallation erscheint Anfang Mai im Leipziger Verlag Spector Books in der literarischen Reihe „Volte“ das Buch „Ein faszinierender Plan“ von Goldhorn, Maci, Nergiz, Nylander, Olbrich, Richmann, herausgegeben von Jörn Dege und Matthias Zeiske in Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

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